Digitaler Nachlass

Digitaler Nachlass in Österreich

Bestattung Himmelblau Digitaler Nachlass

Beinahe jeder hinterlässt im Leben digitale Spuren. Das hat Auswirkungen, wenn ein Mensch stirbt und sein digitales Tun nach seinem Tod im Netz bestehen bleibt. Mit dem Internet haben sich auch die Prozesse rund um den Umgang mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen und der damit verbundenen Trauer verändert. So können Nutzer in einem digitalen Kondolenzbuch ihre Trauer ausdrücken und Beileidswünsche oder gemeinsame Erinnerungen auf dem Profil der verstorbenen Person hinterlassen.

Doch was soll nach dem Tod mit diesen Inhalten passieren? Eine klare Regelung, wie man mit dem digitalen Nachlass in Österreich umgeht, gibt es nicht. Verstirbt eine Person, kann es für die Hinterbliebenen aufgrund von Persönlichkeitsrechten schwer werden, Zugriff auf die jeweiligen Konten zu bekommen.

Viele Plattformen bieten individuelle Möglichkeiten für den Fall, dass ein User verstirbt. Bei Facebook kann ein Nachlasskontakt bestimmt werden, der sich darum kümmert, dass das Profil in den Gedenkzustand versetzt wird oder das Konto dauerhaft gelöscht wird.

Google bietet einen sogenannten Kontoinaktivität-Manager. In diesem kann klar festgelegt werden, was mit den Daten passiert, wenn sich der Nutzer für einen langen Zeitraum nicht mehr eingeloggt hat.

Digitaler Nachlass – Checkliste

Um etwaige Schwierigkeiten zu verhindern, bietet es sich an, alle wichtigen Zugangsdaten aufzubewahren. Entweder physisch in einem Dokumentenordner oder einem Passwortmanager am Computer. Sie können auch sicherstellen, dass zumindest eine Person Ihr Hauptpasswort kennt.

Folgende Zugangsdaten, Profile und Informationen sollten Sie aufbewahren:

  • E-Mail Konten
  • Online-Banking, Paypal, Kreditkarten-Zugänge
  • Google-Konten
  • Cloud-Zugänge
  • Soziale Netzwerke wie Facebook, LinkedIn, Twitter usw.
  • Kundenkonten auf Online-Shops
  • Zugänge zum eigenen Blog oder zur eigenen Website
  • Softwarelizenzen und andere digitale Medienkonten
  • Fotodienste usw.

Was tun, wenn die Zugänge zu den Onlinekonten fehlen?

Verstirbt eine Person, ohne den digitalen Nachlass geregelt zu haben, müssen die Hinterbliebenen selbst tätig werden. Beginnen Sie am besten mit der Google-Suche – so finden Sie die Profile auf verschiedenen Sozialen Netzwerken.

Viele speichern die Zugangsdaten auch auf dem Rechner ab. Verfügt dieser über einen Passwortschutz und wissen Sie das Passwort nicht, können Sie einen EDV-Spezialisten kontaktieren.

Wenn Sie die Profile gefunden haben, können Rechtsnachfolger die jeweiligen Plattformen direkt kontaktieren und die jeweiligen Profile sperren oder löschen lassen. Halten Sie dafür bitte folgende Unterlagen bereit:

  • Name der/des Verstorbenen
  • Link zum jeweiligen Profil
  • Sterbeurkunde
  • Einantwortungsurkunde (= Rechtsnachfolge)
  • Eigene Kontaktdaten