Krematorium ─ Bestattung, Ablauf & Kosten

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Ein Krematorium ist eine Feuerbestattungsanlage, in der die Verbrennung von Verstorbenen vorgenommen wird. Eine solche Verbrennung – auch Einäscherung oder Kremation genannt – findet im Rahmen einer Feuerbestattung statt und ist außerdem Voraussetzung für Naturbestattungen.

Was passiert in einem Krematorium?

Krematorien sind Gebäudeanlagen, die entweder selbstständig arbeiten oder in einen Friedhofsbetrieb eingebettet sind. Zur Ausstattung eines Krematoriums gehören unter anderem Kühlanlagen, ein Raum für Aufbahrung und Verabschiedung und natürlich die Verbrennungsanlage. Je nach Größe des Krematoriums sind ein oder mehrere Kremationsöfen vorhanden. Heutzutage sind die Öfen computergesteuert und mit hochmoderner Technik ausgestattet. So kann man den Kremationsprozess über den PC verfolgen und Temperatur oder Funktionsmechanismen überwachen.

 

Ablauf einer Einäscherung im Krematorium

Grundversorgung durch den Bestatter

Bevor die Einäscherung im Krematorium stattfindet, wird der Leichnam vom Bestatter abgeholt. Im Bestattungsinstitut wird die hygienischen Grundversorgung vorgenommen, der Verstorbene eingekleidet und in einen Kremationssarg gebettet. Anschließend überführt der Bestatter den Sarg in das Krematorium.

Zuordnung eines Schamottsteins

Vor der Kremierung wird jedem Leichnam ein feuerfester Schamottestein zugeordnet, auf dem sich eine einzigartige Einäscherungsnummer befindet. Der Schamottstein wird vor der Verbrennung auf den Sarg gelegt und danach mit der Asche in die Urne eingebettet. Dieser Stein ermöglicht auch eine Zuordnung, nachdem Urne und Asche im Erdboden vergangen sind. So kann man die Asche nach der Verbrennung und in der Urne eindeutig einer Person zuordnen. Außerdem darf laut dem Leichen- und Bestattungsgesetz nur ein Leichnam in einer Einäscherungskammer des Krematoriums eingeäschert werden. Aufgrund der Bauweise der Öfen ist es nicht möglich, mehrere Verbrennungen gleichzeitig durchzuführen. Auch so wird Verwechslung von Überresten mit Sicherheit vermieden.

Verabschiedung im Krematorium

Auf Wunsch kann eine Trauerfeier im Krematorium stattfinden, bevor der Sarg verbrannt wird. Der Sarg wird mit Blumenschmuck, Kerzen oder religiösen Symbolen aufgebahrt, damit sich Angehörige in einer Zeremonie verabschieden können. Anschließend können Angehörige dabei sein, wenn der Sarg in den Verbrennungsofen geschoben wird. Wenn man das nicht möchte, wird der Sarg zu einem späteren Zeitpunkt verbrannt.

 

Verbrennung im Kremationsofen

Der Sarg wird nun samt Schamottstein in einen Kremationsofen geschoben und verascht. Temperatur und Ablauf der Verbrennung werden von Mitarbeitern im Krematorium überwacht. Zuerst verbrennen Sarg, Gewand und Gewebe des Verstorbenen, am Schluss die Knochen. Die Asche des Verstorbenen fällt in spezielle Vorrichtung im Kremationsofen, kühlt dort aus und kann anschließend gesammelt entnommen werden.

 

Wie lange dauert eine Einäscherung? Das hängt davon ab, wie schwer der Leichnam ist und wie hoch die Temperatur des Ofens eingestellt ist. Im Schnitt dauert die Einäscherung im Krematorium ungefähr 1,5 Stunden. Je mehr Körpermasse verbrannt werden muss, desto länger dauert die Verbrennung.

Verabschiedung nach der Einäscherung

Wenn es von Angehörigen gewünscht ist, kann eine Verabschiedung im Krematorium auch nach der Kremation stattfinden. In dem Fall wird die Urne für die Zeremonie feierlich aufgebahrt. Eine Trauerfeier kann mit dem Bestatter gemeinsam individuell geplant werden.

 

In vielen Fällen wird die Trauerfeier nicht im Krematorium, sondern bei der Bestattung abgehalten. Eine Verabschiedung mit Angehörigen und Hinterbliebenen kann dann am Friedhof oder am Grab gefeiert werden.

Aufbereitung der Asche

Die Asche des Verstorbenen wird aus dem Ofen entnommen und von nicht verbrannten Teilen wie Prothesen, Herzschrittmachern oder Sargnägeln getrennt. Anschließend werden die Überreste in einer Mühle zerkleinert. Denn Knochenstücke zerfallen bei der Verbrennung nicht vollständig.

 

Nun werden die Asche und der Schamottstein in die Aschekapsel gebettet und versiegelt. Vor der Versiegelung wird an der Urne ein Identifikationsschild mit den Daten des Verstorbenen angebracht. So wird gewährleistet, dass die Asche der verstorbenen Person zugeordnet werden kann.

Überführung & Bestattung

Nun wird die Asche im Krematorium aufbewahrt. Der Bestatter kümmert sich um die Organisation der Überführung und holt die Urne vor der Bestattung vom Krematorium ab. Nach einer Einäscherung stehen verschiedene Möglichkeiten der Bestattung zur Auswahl:

 

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Sarg für Verbrennung im Krematorium

Auch bei einer Verbrennung ist ein Sarg unbedingt notwendig. Diese Bestimmung fällt unter die Sargpflicht bei Einäscherungen und ist gesetzlich festgelegt. Jedoch unterscheidet sich der sogenannte Kremationssarg etwas von einem Sarg, der bei einer Erdbestattung verwendet wird. Meist ist ein Sarg für eine Verbrennung weniger aufwändig gestaltet und besteht aus Materialien, die bei der Verbrennung keine schädlichen Dämpfe verursachen.

Sargbeigaben zur Einäscherung

Auch bei Kremation gibt es immer wieder den Wunsch, Verstorbenen eine Grabbeigabe mitzugeben. Ob dies gestattet ist, hängt vom jeweiligen Krematorium ab. Meist ist es aber kein Problem, dass brennbare Gegenstände wie Fotos, Briefe, Kuscheltiere oder Bücher beigegeben werden. Von anderen Gegenständen, die bei der Einäscherung schädliche Rückstände und Gase erzeugen, muss allerdings abgesehen werden. Besprechen Sie die Einzelheiten am besten mit dem Bestatter oder Mitarbeitern im Krematorium.

 

Sind Krematorien umweltschädlich?

Die Frage nach der Umweltverträglichkeit von Krematorien kommt immer wieder auf. In Krematorien werden heutzutage Verbrennungsöfen installiert, die mit hochmoderner Technik und erstklassigen Filteranlagen ausgestattet sind. Diese Filteranlagen entfernen giftige Stoffe aus den Verbrennungsabgasen und reduzieren die Emissionen auf ein Minimum.

 

Zusätzlich wird darauf geachtet, dass Särge, Kleidung und Sargbeigaben bestimmten Auflagen entsprechen und nur aus Materialien bestehen, die bei der Verbrennung keine schädliche Wirkung für Mensch und Natur bedeuten. Durch die computergesteuerten Anlagen sind außerdem Überwachung und Messung der Abgaswerte möglich.

Welche Kosten fallen für Einäscherung an?

Die Wahl eines Krematoriums

Prinzipiell kann das Krematorium von Hinterbliebenen selber gewählt werden. Meistens ist es aber so, dass der beauftragte Bestatter regelmäßig mit einem oder mehreren Partnerbetrieben zusammenarbeitet. Möchten Sie ein bestimmtes Krematorium für die Einäscherung beauftragen, besprechen Sie das am besten mit Ihrem Bestatter.

 

Bei der Bestattung Himmelblau arbeitet wir mit dem größten Krematorium in Wien, der Feuerhalle Simmering zusammen.

Krematorien in Österreich und Wien

Krematorien gibt es mittlerweile in ganz Österreich. In jedem der Bundesländer, außer dem Burgenland, befindet sich zumindest ein Krematorium. Aufgrund der immer steigenden Nachfrage nach Feuerbestattungen in Wien und ganz Österreich, werden auch neue Krematorien gebaut. Diese Feuerbestattungsanlagen legen besonders großen Wert auf nachhaltige Arbeit und einen zeitgemäßen Umgang mit dem Tod und Bestattung.

Krematorium Wien: Feuerhalle Simmering

Das erste und bis heute größte Krematorium in Österreich ist die Feuerhalle Simmering in Wien. In Wien finden die meisten Einäscherungen in diesem Krematorium am Zentralfriedhof statt. Das Krematorium im 11. Wiener Gemeindebezirk wurde im Jahr 1922 als erstes österreichisches Krematorium eröffnet und seither laufend modernisiert. Im Untergeschoss der Feuerhalle Simmering befinden sich ein durch Erdgas beheizter und zwei elektrische Krematoriumsöfen.

 

Auf dem Gelände des Zentralfriedhofs befinden sich verschiedene Formen von Urnengräbern. Neben der Einäscherung im Krematorium ist somit eine Bestattung am Zentralfriedhof möglich.

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