Grabpflege – Möglichkeiten, Tipps & Kosten

verfasst von

  –  Lesezeit: 

8

 Minuten

Die Gestaltung und Pflege eines Grabes ist Ausdruck der Verbundenheit mit dem Verstorbenen und kann bei der Trauerbewältigung helfen. Doch neben der emotionalen Komponente gibt es auch praktische und rechtliche Aspekte zu beachten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Grabpflege selber machen können und welche Kosten und Entscheidungen auf Sie zukommen: Welche Form der Grabpflege passt für Sie? Welche Möglichkeiten haben Sie ein Grab schmuckvoll zu gestalten?

Möglichkeiten der Grabpflege

  • Grabpflege durch eine Gärtnerei: Wer die Pflege eines Grabes nicht selber übernehmen kann oder möchte, kann diese Aufgabe in professionelle Hände legen. Friedhofsgärtnereien bieten hierfür verschiedene Modelle an: Von der einfachen Instandhaltung bis hin zur langfristigen Dauergrabpflege über mehrere Jahre. Meistens wird das Grab so gepflegt, dass es zu jeder Jahreszeit würdig aussieht, die Pflanzen fachgerecht versorgt werden und Grabstein gepflegt wird.
  • Bestattungsart ohne Grabpflege: Es gibt Bestattungsformen, bei denen die Grabpflege komplett entfällt. Dazu gehören beispielsweise Urnenbeisetzungen in einem Kolumbarium (Urnenwand) oder einem Urnenfeld. Auch bei Naturbestattungen wie z.B. der Baumbestattung, Donaubestattung oder Seebestattung entfällt die Grabpflege komplett, denn die Natur übernimmt die Gestaltung des Grabes. Diese Optionen werden oft gewählt, um den Hinterbliebenen die Sorge um den Zustand der Grabstätte abzunehmen oder wenn keine Angehörigen vor Ort sind.

Grabpflege durch eine Gärtnerei:

Eine traditionelle Variante ein Grab in Schuss zu halten ist, die Pflege selber übernehmen. Das beinhaltet zum Beispiel regelmäßiges Bepflanzen, Gießen und zurückschneiden der Pflanzen oder das Säubern des Grabsteins und der Einfassung des Grabes. Wichtig ist, die Friedhofsordnung zu beachten und Pflanzen zu wählen, die zum Standort (Sonne oder Schatten) passen, um den Pflegeaufwand überschaubar zu halten.

Grabgestaltung ohne Bepflanzung:

Eine pflegeleichte Alternative zu einem Grab mit Blumen ist die Gestaltung des Grabes mit Materialien, die kaum Aufmerksamkeit benötigen. Statt wechselnder Blumenbepflanzung können Kiesflächen, Natursteinplatten oder Bodendecker (wie Immergrün) zum Einsatz kommen. Akzente werden durch Steinfiguren, Grablaternen oder dekorative Steinelemente gesetzt. Wer möchte, kann zu besonderen Anlässen wie Allerseelen dennoch ein Blumenarrangement auf das Grab legen. Diese Form der Gestaltung wirkt ordentlich und zeitlos, ohne dass regelmäßiges Gießen oder Pflanzen nötig ist.

Wer ist für die Grabpflege verantwortlich und was beinhaltet sie?

Nach den geltenden Friedhofsordnungen sind die Nutzungsberechtigten für die regelmäßige Pflege und Instandhaltung der Grabstätte verantwortlich. Das sind in den meisten Fällen die nächsten Angehörigen. Diese Verantwortung beginnt unmittelbar mit dem Erwerb des Nutzungsrechts und dauert über die gesamte Ruhezeit oder Nutzungsdauer an.
Der Umfang der Pflegepflicht umfasst im Allgemeinen verschiedene Aspekte:

Was passiert, wenn ich ein Grab nicht pflege?

Wird die Grabpflege vernachlässigt, kann die Friedhofsverwaltung den Nutzungsberechtigten zunächst abmahnen und auf die Pflegeverpflichtung hinweisen. Sollte daraufhin keine Besserung eintreten, kann im Extremfall sogar das Nutzungsrecht entzogen werden. In solchen Fällen werden nach der vorgeschriebenen Ruhezeit die Gräber meist eingeebnet und die Gedenksteine entfernt. Um solche Situationen zu vermeiden, sollte man sich frühzeitig überlegen wie man die langfristige Grabpflege angehen möchte.

Was kostet die Grabpflege?

Die Kosten spielen bei der Entscheidung für die Art der Grabpflege meist eine wichtige Rolle. Dabei unterscheiden sich die Kosten je nachdem, ob Sie die Pflege selbst übernehmen oder einen professionellen Dienstleister beauftragen möchten.

Kosten bei selbst gemachter Grabpflege

Wenn Sie die Grabpflege selbst machen wollen, fallen vor allem Materialkosten an. Diese belaufen sich jährlich auf etwa 150 bis 300 € für Pflanzen, Blumenerde, Dünger und jahreszeitlichen Grabschmuck. Die genauen Kosten variieren je nach Größe des Grabes und individuellen Gestaltungswünschen. Einfache Gräber mit zurückhaltender Bepflanzung können kostengünstiger sein, während aufwendige Arrangements mit häufig wechselnden Blumen entsprechend teurer ausfallen.

Die Donaubestattung lässt ausreichend Platz für die individuellen Wünsche und Vorstellungen der verstorbenen Person oder der Angehörigen. Gerne stehen wir Ihnen bei der Planung und Organisation der Trauerfeier unterstützend zur Seite und organisieren beispielsweise einen Trauerredner für Sie. Angehörige streuen oft Blumen und Blüten ins Wasser oder verstreuen die Asche direkt auf dem Wasser. Es besteht außerdem die Möglichkeit einer würdevollen, musikalischen Untermalung der gesamten Zeremonie.

Kosten für professionelle Grabpflege

Die genauen Grabpflegekosten durch eine Friedhofsgärtnerei sind von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Standort
  • Art des Grabes
  • Größe des Grabes
  • Art der Pflege (Bepflanzung etc.)
  • Pflegedauer
  • Anbieter

Durchschnittlich müssen Sie mit folgenden Grabpflegekosten rechnen:

Art der Grabpflege Ungefähre Kosten
Neuanlage eines Grabes ca. 500 bis 1000 €
Basispflege (Gießen, Unkraut entfernen etc.) ca. 100 bis 150 € pro Jahr
Bepflanzung (Blumen, Gras, etc.) ca. 100 bis 300 € pro Jahr
Blumenschmuck an Gedenktagen (Kränze etc.) ca. 80 bis 100 € pro Jahr

Grabpflege für jede Jahreszeit

Die Natur unterliegt einem ständigen Wandel, und mit ihr verändert sich auch die Pflege eines Grabes im Laufe des Jahres. Die jahreszeitliche Grabpflege orientiert sich am natürlichen Rhythmus der Pflanzen und den wechselnden Wetterbedingungen. Jede Jahreszeit stellt dabei ihre eigenen Anforderungen und bietet unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten für eine würdevolle Erinnerungsstätte.

Grabpflege im Frühling

Mit dem Beginn des Frühlings erwacht auch auf den Friedhöfen neues Leben. Zu Beginn dieser Jahreszeit sollten Sie zunächst die Winterbepflanzung und etwaige Winterschutzmaßnahmen entfernen. Nach der Winterpause ist auch die erste gründliche Unkrautbeseitigung wichtig, da im Frühjahr viele unerwünschte Pflanzen zu wachsen beginnen.

 

Für die Grabbepflanzung im Frühling eignen sich besonders Frühjahrsblüher wie Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht, Primeln oder kleine Zwiebelblumen wie Krokusse und Narzissen . Diese bringen Farbe auf das Grab und sind relativ langlebig. Ein regelmäßiges Gießen ist besonders bei jungen Pflanzen unerlässlich, damit sie gut anwachsen können.

Grabpflege im Sommer

Die Sommermonate stellen besondere Anforderungen an die Grabpflege. Die wichtigsten Aspekte dabei sind:

  • Regelmäßiges Gießen, besonders bei Trockenheit
  • Verblühtes entfernen und regelmäßig zurückschneiden
  • Grabbepflanzung im Sommer: Hitzeverträgliche Pflanzen wie Begonien, Geranien oder Petunien einsetzen
  • Wöchentliche Unkrautbeseitigung

Grabpflege im Herbst

Im Herbst ist die Zeit gekommen, die Sommerblumen durch eine frostresistente Herbstbepflanzung zu ersetzen. Besonders geeignet sind dabei Pflanzen wie Chrysanthemen, Herbstastern, Heidekraut oder immergrüne Bodendecker. Diese Pflanzen bieten auch bei kühleren Temperaturen noch ein ansprechendes Bild und überstehen leichte Fröste unbeschadet.

 

Nun ist auch die richtige Zeit, um den Grabstein vor Allerheiligen gründlich zu reinigen. Hierzu eignen sich spezielle Reinigungsmittel für Naturstein oder einfach warmes Wasser mit etwas mildem Reinigungsmittel. Bitte verzichten Sie auf scharfe oder säurehaltige Reiniger, da diese den Stein angreifen können.

 

Wichtiger Tipp: Das regelmäßige Entfernen von herabgefallenem Laub ist bei der Grabpflege im Herbst besonders wichtig, da nasses Laub die Pflanzen ersticken und zu Fäulnis führen kann.

Grabpflege im Winter

In den Wintermonaten ist bei der Grabpflege die Zeit für winterliche Dekorationen und Gestecke, die dem Grab auch in der kalten Jahreszeit ein würdevolles Aussehen verleihen. Besonders beliebt sind Tannenzweige, getrocknete Blumen oder immergrüne Zweige, die mit winterlichen Elementen wie Zapfen oder Beeren dekoriert werden können.

 

Für empfindliche Pflanzen, die im Grab überwintern sollen, ist ein geeigneter Winterschutz wichtig. Dies kann durch Reisig oder Vlies erfolgen.

 

Grablichter und witterungsbeständiger Schmuck verleihen dem Grab in der dunklen Jahreszeit eine besondere Atmosphäre. Achten Sie dabei auf sturmsichere Befestigungen und wetterfeste Materialien.

Die Grabpflege: Als Abschied und Erinnerung

In Zeiten des Abschieds und der Erinnerung bietet die Grabpflege einen Raum für würdevolles Gedenken. Viele Menschen empfinden die regelmäßigen Besuche am Grab und die damit verbundenen Pflegearbeiten als tröstliches Ritual, das Halt geben kann und beim Verarbeiten der Trauer hilft.

Bestattungen ohne Grabpflege

Bei klassischen Bestattungsarten wie die Erdbestattung oder die Urnenbestattung ist eine Grabpflege notwendig. Wenn Sie auf der Suche nach einer alternativen Bestattung ohne Grabpflege sind, bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Baumbestattung: Bei dieser naturnahen Bestattungsform wird die Asche des Verstorbenen im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Die natürliche Umgebung des Waldes übernimmt hier die „Grabpflege“.
  • See- oder Flussbestattung: Für Menschen, die komplett auf eine Grabstätte verzichten möchten, bieten See- oder Flussbestattungen eine würdevolle Alternative. Hierbei wird die Asche in einer speziellen wasserlöslichen Urne dem Wasser übergeben.
  • Urne Zuhause: Mit einer behördlichen Genehmigung haben Sie auch die Möglichkeit die Urne mit der Asche der Verstorbenen Person Zuhause aufzubewahren.
  • Anonyme Bestattung: Bei einer anonymen Bestattung gibt es kein Grab oder Gedenkstein, der die verstorbene Person ehrt. Daher entfällt auch die Grabpflege.
  • Kolumbarium: Nach einer Feuerbestattung ist die Beisetzung in einer Urnennische oder Urnenwand eine besonders pflegeleichte Möglichkeit. Denn hier ist lediglich Grabplatte mit Namen und Daten vorhanden.

Wir sind für Sie da

Die richtige Grabpflege mit der richtigen Grabbepflanzung ist oft nicht einfach. Gerne steht Ihnen unser Team mit weiteren Informationen und Tipps zur Grabpflege unterstützend zur Seite.

Folgen sie Himmelblau auch auf unseren Social Media Kanälen

Weitere Ratgeberartikel zu Friedhof & Grab

Grab & Grabstätten

Als Grab bezeichnet man die Beisetzungsstelle eines Verstorbenen auf einem Friedhof. Die Art, Größe und Gestaltungsmöglichkeiten der Grabstelle hängen mit der Bestattungsart und dem jeweiligen Friedhof zusammen.

Friedhöfe in Graz & Umgebung

Friedhöfe sind Orte der letzten Ruhestätte. Im Todesfall findet oft die Trauerfeier und Beisetzung auf einem Friedhof statt. Hier finden Sie einen Überblick der Friedhöfe in Graz & Umgebung.

Steinmetz in Wien

Steinmetze bearbeiten Stein zu Grabsteinen, Skulpturen, Bauelementen oder verzieren diese. Steinmetzbetriebe sind für die Anfertigung, das Gravieren und die Renovierung von Grabsteinen zuständig.